800 Stunden in tiefschwarzer Finsternis

Tests des SEAT Leon Beleuchtungskonzepts

22.12.2020

Tests des SEAT Leon Beleuchtungskonzepts im portugiesischen Alqueva

  • Region gilt als eine der dunkelsten Umgebungen Europas
  • Voll-LED-Technologie bietet neuen Gestaltungsspielraum
  • Umlaufende Ambientebeleuchtung innen bekommt weitere Sicherheitsfunktionen

Das Alqueva Dark Sky Reservat in Portugal ist ein besonderer Ort in Europa: Durch die geringe Lichtverschmutzung sind die Nächte hier extrem dunkel, der Sternenhimmel so klar wie fast nirgendwo auf dem Kontinent. Sternbilder und sogar
kosmische Nebel lassen sich mit bloßem Auge deutlich erkennen. Diese tiefschwarze Finsternis zieht nicht nur Wissenschaftler und Touristen an - vor Kurzem waren auch die SEAT Ingenieure der Abteilung Beleuchtung und Lichtsignale vor Ort.

Die Lichtpunkte, die das Team in Alqueva beobachtete, befanden sich jedoch nicht am Himmel über, sondern am Fahrzeug vor ihnen: Es waren die LED-Leuchten der Scheinwerfer und Rückleuchten des aktuellen SEAT Leon. Carlos Elvira leitet das Team für Beleuchtung und Lichtsignale bei SEAT und erklärt: "In der Dunkelheit von Alqueva konnten wir erneut feststellen, dass das Beleuchtungskonzept der vierten Generation des SEAT Leon selbst bei den schwierigsten Sichtverhältnissen brilliert. Dies liegt an der Reichweite und dem Durchmesser des Lichtkegels der Scheinwerfer."

Mehr Lichtpunkte für neue Möglichkeiten
Die Voll-LED-Technologie des SEAT Leon erfüllt höchste Ansprüche an Sicherheit und Komfort -und eröffnet den Fahrzeugdesignern ganz neue Möglichkeiten. Magnolia Paredes, Leiterin der Abteilung Elektronikentwicklung, Beleuchtung und Tests bei SEAT, erzählt: "Durch die Voll-LEDTechnologie können wir viel mehr Lichtpunkte auf einer viel kleineren Fläche unterbringen und somit viel effizientere Beleuchtungskonzepte entwickeln." Dies bringe jedoch auch Herausforderungen mit sich, erklärt Carlos Elvira: "Voll-LED-Leuchten sind mit einem hohen Entwicklungsaufwand verbunden. Es handelt sich hierbei um eine Lichtquelle mit einer elektronischen Komponente, daher mussten wir spezielle Treiber entwickeln, um alle Beleuchtungselemente steuern zu können."

Taghell in kürzester Zeit
LED-Leuchten zeichnen sich nicht nur durch eine höhere Leistung im Vergleich zu einer herkömmlichen Fahrzeugbeleuchtung aus. Ihr Lichtkegel lässt sich auch viel flexibler und genauer ausrichten, und ihr weißes Licht reicht mit einer Farbtemperatur von 5.000 Kelvin fast an das Tageslicht heran. "Dadurch sind Form und Farbe eines Hindernisses, das nachts plötzlich auf der Straße auftaucht, besser zu erkennen. Selbst in finsteren Gegenden wie Alqueva kann der Fahrer so schneller und besser reagieren", sagt Magnolia Paredes.

Auch die kürzere Reaktionszeit von LEDs bietet zusätzliche Sicherheit im Fahrzeug: Eine Leuchtdiode reagiert 150 Millisekunden früher als eine herkömmliche Glühbirne auf ihr Einschalten. Das klingt zunächst nach nicht viel - doch hochgerechnet auf eine Geschwindigkeit von 120 km/h bedeutet dies, dass ein nachfahrendes Fahrzeug ganze fünf Meter mehr Raum hat, um auf das Bremsen des vorausfahrenden zu reagieren.

Mehr Sicherheit auch im Innenraum
Auch im Inneren des Fahrzeugs erfüllen LED-Leuchten wichtige Sicherheitsfunktionen: Die aktuelle vierte Generation des SEAT Leon ist mit einer umlaufenden Ambientebeleuchtung ausgestattet, die in Form eines Bogens von den Vordertüren bis zur Oberseite des Armaturenbretts verläuft. "Diese Ambientebeleuchtung kombiniert Lichtsignale mit akustischen Warnsignalen, um den Fahrer beispielsweise darauf hinzuweisen, dass eine Fahrzeugtür nicht richtig geschlossen ist oder dass sich von hinten ein Fahrzeug nähert, wenn er gerade aus dem Auto steigen will", erklärt Magnolia Paredes.

Fortwährende Innovationskraft
Für die beiden SEAT Ingenieure stellt die Ambientebeleuchtung einen Wendepunkt in der Fahrzeugbeleuchtung dar, der erst durch die LED-Technologie möglich wurde. "Für unsere Programmierer war es eine große Herausforderung, ein solches Ergebnis zu erzielen - doch der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Wir haben jetzt ein großes Plus an Funktionalität und Sicherheit gewonnen", so Carlos Elvira.

Die Ambientebeleuchtung, deren Farbton zudem an die jeweilige Stimmung des Fahrers angepasst werden kann, soll bis zum Ende des Jahres weitere Funktionen im Fahrzeug übernehmen, erklärt Carlos Elvira weiter: "Die Lichtintensität wird zunehmen, je schneller das Fahrzeug unterwegs ist. Damit möchten wir dem Fahrer seine Fahrgeschwindigkeit bewusster machen." Auch kleine Passagiere sollen mit ihr besser geschützt werden: Aktiviert der Fahrer die Kindersicherung an den hinteren Fahrzeugtüren, so leuchtet die Ambientebeleuchtung rot auf, falls die Kinder versuchen, diese Türen zu öffnen.