Wissenswertes zum Vorsteuerabzug, Luxustangente, Sachbezug „neu“

Wissenswertes

Vorsteuer

Grundsätzlich darf ein Unternehmer Vorsteuern die im Zusammenhang mit der Anschaffung (Herstellung), Miete oder dem Betrieb (Kosten für Treibstoff, Schmierstoff, Wartung, Pflege, Reparaturen, Maut, Bahnverladung aber auch Garagierungskosten) von Pkws, Kombis oder Krafträdern stehen, nicht geltend machen.

Vorsteuer

Vom Vorsteuerabzugs-
verbot sind folgende Kfz nicht betroffen:

  • Für Kfz, die ausdrücklich umsatzsteuerrechtlich als Kleinlastkraft- und Pritschenwagen oder Kleinbus eingestuft sind, besteht allerdings die Möglichkeit, einen Vorsteuerabzug geltend zu machen. Dies gilt auch ab 1.1.2016 bedingt durch die Änderungen im Zuge des Steuerreformgesetzes 2015/2016, BGBl. I Nr. 118/2015, für Personenkraftwagen oder Kombinationskraftwagen mit einem CO 2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer (z.B. Personenkraftwagen oder Kombinationskraftwagen mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb). Eine aktuelle Liste der steuerlich anerkannten Kleinlastkraft-, Pritschenwagen und Kleinbusse samt der zugrunde liegenden Verordnung und weiterführende Informationen finden Sie unter www.bmf.gv.at > Steuern
  • Fahrschulkraftfahrzeuge ( bei mindestens 80%iger Verwendung für den Fahrschulunterricht)
  • Kraftfahrzeuge, die zu mindestens 80% dem Zweck der gewerblichen Personenbeförderung oder der gewerblichen Vermietung dienen (Taxis, Mietwagen, Gästewagen)
  • Begleitfahrzeuge von Sonder- und Schwertransporten (bei mindestens 80%iger Verwendung als Begleitfahrzeug)
Luxustangente

Was versteht man eigentlich unter  "Luxustangente"?

Aufwendungen für PKW werden steuerlich nur anerkannt, wenn sie betrieblich veranlasst und angemessen sind. Die Angemessenheitsgrenze für die Anschaffung eines PKWs beträgt € 40.000,00. Ausgenommen (von der Luxustangente befreit)  sind Fahrzeuge die nach dem Steuergesetz Vorsteuerabzugsberechtigt sind.  Der SEAT Alhambra ist daher von der Luxustangente ausgenommen, der Vorsteuerabzug kann zur Gänze geltend gemacht werden!

Die Angemessenheitsgrenze der Anschaffungskosten umfassen neben dem Nettopreis auch die USt, die NoVA und auch alle Kosten für Sonderausstattungen (Klimaanlage, Alufelgen, Sonderlackierungen, ABS, Airbag, Allradantrieb, serienmäßig eingebautes Autoradio, serienmäßig eingebautes Navigationsgerät usw.). Selbstständig bewertbare Sonderausstattungen gehören nicht zu den Anschaffungskosten (nachträglich eingebautes Navigationsgerät oder Computer-Fahrtenbuch). Anschaffungskostenabhängige Nutzungsaufwendungen (Kasko-Versicherung, Servicekosten, Zinsen, usw.) sind im entsprechenden Ausmaß zu kürzen.

Anschaffungskostenunabhängige Nutzungsaufwendungen wie Treibstoffkosten sind in voller Höhe abzugsfähig.

Bei Gebraucht-PKW ist für die Ermittlung der Luxustangente der Neupreis maßgeblich, sofern das KFZ nicht älter als fünf Jahre ist. Ist der Pkw älter als fünf Jahre, wird auf die tatsächlichen Anschaffungskosten abgestellt.

Das Überschreiten der Angemessenheitsgrenze wirkt sich insofern auf den steuerlichen Gewinn aus, als die jährliche Abschreibung (in der Mehr-Weniger-Rechnung) zu kürzen ist. Die Kürzung ist um jenes prozentuelles Ausmaß vorzunehmen, in dem die tatsächlichen Anschaffungskosten die € 40.000,00 überschreiten.

Sachbezug

Änderungen im Zusammenhang mit dem Sachbezug ab 2016

Wird ein arbeitgebereigenes Kraftfahrzeug privat von Arbeitnehmern genutzt, ist ein Sachbezug zu versteuern. D Bei PKW mit einem CO2-Ausstoß bis 130 Gramm pro Kilometer beträgt der Sachbezug 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kraftfahrzeuges (einschließlich Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe), maximal 720 € monatlich. Bei PKW mit einem CO2-Ausstoß von über 130 Gramm pro Kilometer erhöht sich der Sachbezug  auf 2 % der Anschaffungskosten, maximal 960 € monatlich. Der Sachbezug von PKW mit geringem CO2-Ausstoß, d.h. unter 130 Gramm pro Kilometer, beträgt weiterhin 1,5 % der Anschaffungskosten. Dieser Grenzwert wird jedoch im Zeitraum 2017 bis 2020 jährlich um 3 Gramm reduziert. Der Sachbezug für PKW ohne CO2-Ausstoß entfällt. Die Änderung der Sachbezugswerteverordnung wurde am 1. September 2015 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

 

TCO - Total Cost of Ownership

"Total Cost of Ownership": Ein "Schlagwort", das auch bei der Anschaffung von Firmenfahrzeugen immer wieder Verwendung findet. Als Entscheidungskriterium für die Wirtschaftlichkeit von Firmenfahrzeugen werden nicht nur die direkten Anschaffungskosten oder Leasingraten kalkuliert, sondern die gesamten direkten und indirekten Kosten (Gesamtbetriebskosten), die ein Fahrzeug pro Jahr oder über die Laufzeit der Nutzung, verursacht.

 

Damit werden alle Unterschiede beim Anschaffungswert, dem Verbrauch, dem Verschleiß, den Nebenkosten, der Reparaturhäufigkeit, der Serviceintervalle, der Reifenkosten usw. bewertet. Dies gewährleistet dem Entscheider, alle kostentechnischen Vor- und Nachteile der einzelnen Fahrzeuge insgesamt zu betrachten.

 

Da die Listenpreise der Hersteller und die darauf gewährten Preisnachlässe bei den TCO nur zu maximal ca. einem Drittel in die Jahresgesamtkosten eingehen, sind diese Vergleichsdaten bei der Fahrzeuganschaffung nicht ausreichend. Der Fokus auf die Preisnachlässe als Entscheidungskriterium (Firmenkundenboni und Firmenkundenrabatte von 18%; 20 % oder 25 %) ist wichtig, aber nicht ausschlaggebend.

 

Unser Tipp daher: Vor der Fahrzeuganschaffung immer die TCO vergleichen!